Bedrohte Wasser­ver­sor­gung – Kommentar zum Tagesspiegel

Bedrohte Wasser­ver­sor­gung – Kommentar zum Tagesspiegel

Am 14.01.2026 wurde im Tages­spiegel (Link) darauf hinge­wiesen, dass die Berliner Wasser­ver­sor­gung auf Kosten von Klima‑, Ressourcen- und Natur­schutz darge­stellt wird und daher juris­tisch nicht auf trag­fä­higen Beinen steht. Danke u. a. an Manfred Krauß und Manfred Schu­bert von der Landes­ar­beits­ge­mein­schaft Natur­schutz, die seit vielen Jahren darauf hinweisen und nicht aufge­geben haben, gemeinsam mit der Politik und der Verwal­tung an einer einver­nehm­li­chen Lösung zu arbeiten. Im Bereich Wasser scheint, analog zu den Klima­klagen, die Zeit und Notwen­dig­keit gekommen zu sein, die Gerichte zur Hilfe zu ziehen.

Seit mehr als 30 Jahren wurden in der Verwal­tung weder die Wasser­ent­nah­me­mengen für die Wasser­be­triebe gere­gelt noch wirk­same Maßnahmen zum Wasser­sparen auf den Weg gebracht. Da ca. 70 % der Wasser­för­de­rung der BWB in den Wohn­be­reich gehen, ist hier auch die Bauver­wal­tung als wich­tiger Akteur gefragt.

Nach der Wieder­ver­ei­ni­gung wollte unser Büro die zu sanie­renden Plat­ten­bauten mit Grau­was­ser­re­cy­cling ausstatten, was uns leider nicht erlaubt wurde.

Im Rahmen unseres IWIQ-Projekts haben wir noch 2,5 Jahre Zeit, um Grau­was­ser­re­cy­cling im Berliner Wohnungs­be­stand zu etablieren – gemeinsam mit dem Kompe­tenz­zen­trum Wasser Berlin. Wir hoffen, dass wir in der verblei­benden Zeit die Verwal­tung wecken und zur konstruk­tiven Mitar­beit moti­vieren können, damit Wasser- und Ener­gie­ein­spa­rungen endlich zum Stan­dard werden.

Gemeinsam mit der Berli­novo haben wir bereits ein Grau­was­ser­re­cy­cling-System mit inte­grierter Wärme­rück­gewinnung für rund 1.500 Bewohner in einem Neubau­vor­haben reali­siert. Damit wurde bewiesen, dass sich die Instal­la­tion schnell amor­ti­siert. Im Jahr 2026 kommen mindes­tens weitere 750 Bewohner hinzu. Zusammen mit der Ersten Wohnungs­ge­nos­sen­schaft Berlin-Pankow konnten Projekte im Neubau sowie im Bestand umge­setzt werden. Dabei werden überall mehr als 30 % Trink­wasser und zugleich viel Energie eingespart.

Wir setzen uns weiterhin auf verschie­denen Ebenen für eine nach­hal­tige Wasser­sou­ve­rä­nität in Berlin ein und bleiben zuver­sicht­lich, dass die Sanitär- und Nähr­stoff­wende gelingen kann.

Erwin Nolde
e.nolde@innovative-wasserkonzepte.de