26 Aug. Projektstart: Reallabor „Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier (IWIQ)“

Am 25. August 2025 startete offiziell das vom Berliner Senat für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWiEnBe) geförderte Reallabor-Projekt „Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier (IWIQ)“. Ziel ist es, durch dezentrale Ansätze im Gebäudebestand Ressourcen zu schonen und zugleich einen Beitrag zur Energie- und Wärmewende zu leisten.
Ausgangslage und Zielsetzung
In Berlin und vielen anderen Städten stehen wir vor der Herausforderung, steigende Trinkwassernachfrage und Energiebedarf in der Warmwasserbereitung nachhaltig zu bewältigen. Gleichzeitig sollen energetische Sanierungsmaßnahmen genutzt werden, um auch wasserbezogene Effizienzpotenziale zu erschließen.
Das Projekt IWIQ verfolgt einen gebäude- und quartiersbasierten Ansatz:
- Grauwasser aus Bad, Küche und Waschmaschinen wird vor Ort zu hochwertigem Betriebswasser aufbereitet.
- Dieses Betriebswasser ersetzt Trinkwasser, insbesondere bei der Toilettenspülung.
- Ziel ist eine Reduktion des Trinkwasserverbrauchs um ca. 30 %, bei zusätzlicher Nutzung für Waschmaschinen, Bewässerung, Versickerung oder Gebäudekühlung und ggf. weiterer Grauwasserquellen sogar bis zu 60 %.
Darüber hinaus wird das System um eine Wärmerückgewinnung aus Grauwasser ergänzt. Über Wärmetauscher oder Wärmepumpen können 30–60 % des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung eingespart werden. Damit wird das Projekt zu einem integralen Bestandteil der kommunalen Wärmeplanung.
Konsortium und Aufgabenverteilung
Die Projektkoordination liegt bei der KWB Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH. Weitere Partner sind:
- Technische Universität Berlin, Fachgebiet Systemtechnik baulicher Anlagen (BIM)
- Contecht GmbH, Schwerpunkt Building Information Modeling (BIM)
- inter 3 GmbH, für wissenschaftliche Begleitforschung
- Immobilienpartner: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH, Erste Wohnungsgenossenschaft Berlin-Pankow eG, Magda GmbH und HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH
Wir selbst sind verantwortlich für:
- Integrierte und standardisierte Planung der Verfahrenstechnik in Bestandsgebäuden
- Erprobung neuer verfahrenstechnischer Ansätze zur erweiterten Nutzung des aufbereiteten Betriebswassers, z. B. für Waschmaschinen und blau-grüne Infrastrukturen (Bewässerung, Versickerung).


Historischer Hintergrund
Unser Büro befasst sich seit über 30 Jahren mit Grauwasser-Recycling. Mit dem Hotel-Projekt „Arabella“ – ein 400 Betten-4-Sterne-Hotel) begann 1995 die Entwicklung und Umsetzung innovativer Kreislaufsysteme für häusliches Schmutzwasser. In den letzten Jahren konnten wir zahlreiche Anlagen im Neubau realisieren. Allein in Berlin werden durch unsere Aktivitäten jährlich mehr als 30.000 m³ Trink- und Abwasser eingespart d. h. mehr als 2.000 Einwohner mit Betriebswasser versorgt.
Trotz dieser Fortschritte wurde es nach der Wiedervereinigung bisher versäumt, ressourcenorientierte Sanitärkonzepte in den seriellen Wohnungsbau zu integrieren. Heute eröffnet sich durch die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ein neues Window of Opportunity.
Einladung zum Dialog
Das Reallabor wird praxisnah demonstrieren, wie ein dezentrales Wassermanagement im Gebäudebestand wirtschaftlich und ökologisch umgesetzt werden kann. Wir laden Fachöffentlichkeit, Politik und Wohnungswirtschaft ein, sich an unseren Lernorten ein eigenes Bild von der Sinnhaftigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit dieses Ansatzes zu machen.
Weitere Informationen folgen in Kürze.
Gefördert durch:
