Projekt­start: Real­labor „Inte­grierte Wasser- und Wärme­rück­gewinnung im Quar­tier (IWIQ)“

Projekt­start: Real­labor „Inte­grierte Wasser- und Wärme­rück­gewinnung im Quar­tier (IWIQ)“

© Kompe­tenz­zen­trum Wasser Berlin

Am 25. August 2025 star­tete offi­ziell das vom Berliner Senat für Wirt­schaft, Energie und Betriebe (SenWi­EnBe) geför­derte Real­labor-Projekt „Inte­grierte Wasser- und Wärme­rück­gewinnung im Quar­tier (IWIQ)“. Ziel ist es, durch dezen­trale Ansätze im Gebäu­de­be­stand Ressourcen zu schonen und zugleich einen Beitrag zur Energie- und Wärme­wende zu leisten.

Ausgangs­lage und Zielsetzung

In Berlin und vielen anderen Städten stehen wir vor der Heraus­for­de­rung, stei­gende Trink­was­ser­nach­frage und Ener­gie­be­darf in der Warm­was­ser­be­rei­tung nach­haltig zu bewäl­tigen. Gleich­zeitig sollen ener­ge­ti­sche Sanie­rungs­maß­nahmen genutzt werden, um auch wasser­be­zo­gene Effi­zi­enz­po­ten­ziale zu erschließen.
Das Projekt IWIQ verfolgt einen gebäude- und quar­tiers­ba­sierten Ansatz:

  • Grau­wasser aus Bad, Küche und Wasch­ma­schinen wird vor Ort zu hoch­wer­tigem Betriebs­wasser aufbereitet.
  • Dieses Betriebs­wasser ersetzt Trink­wasser, insbe­son­dere bei der Toilettenspülung.
  • Ziel ist eine Reduk­tion des Trink­was­ser­ver­brauchs um ca. 30 %, bei zusätz­li­cher Nutzung für Wasch­ma­schinen, Bewäs­se­rung, Versi­cke­rung oder Gebäu­de­küh­lung und ggf. weiterer Grau­was­ser­quellen sogar bis zu 60 %.

Darüber hinaus wird das System um eine Wärme­rück­gewinnung aus Grau­wasser ergänzt. Über Wärme­tau­scher oder Wärme­pumpen können 30–60 % des Ener­gie­be­darfs für die Warm­was­ser­be­rei­tung einge­spart werden. Damit wird das Projekt zu einem inte­gralen Bestand­teil der kommu­nalen Wärmeplanung.

Konsor­tium und Aufgabenverteilung

Die Projekt­ko­or­di­na­tion liegt bei der KWB Kompe­tenz­zen­trum Wasser Berlin gGmbH. Weitere Partner sind:

  • Tech­ni­sche Univer­sität Berlin, Fach­ge­biet System­technik bauli­cher Anlagen (BIM)
  • Contecht GmbH, Schwer­punkt Buil­ding Infor­ma­tion Mode­ling (BIM)
  • inter 3 GmbH, für wissen­schaft­liche Begleitforschung
  • Immo­bi­li­en­partner: Helm­holtz-Zentrum Berlin für Mate­ria­lien und Energie GmbH, Erste Wohnungs­ge­nos­sen­schaft Berlin-Pankow eG, Magda GmbH und HOWOGE Wohnungs­bau­ge­sell­schaft mbH

Wir selbst sind verant­wort­lich für:

  • Inte­grierte und stan­dar­di­sierte Planung der Verfah­rens­technik in Bestandsgebäuden
  • Erpro­bung neuer verfah­rens­tech­ni­scher Ansätze zur erwei­terten Nutzung des aufbe­rei­teten Betriebs­was­sers, z. B. für Wasch­ma­schinen und blau-grüne Infra­struk­turen (Bewäs­se­rung, Versickerung).
© Kompe­tenz­zen­trum Wasser Berlin
© Kompe­tenz­zen­trum Wasser Berlin

Histo­ri­scher Hintergrund

Unser Büro befasst sich seit über 30 Jahren mit Grau­wasser-Recy­cling. Mit dem Hotel-Projekt „Arabella“ – ein 400 Betten-4-Sterne-Hotel) begann 1995 die Entwick­lung und Umset­zung inno­va­tiver Kreis­lauf­sys­teme für häus­li­ches Schmutz­wasser. In den letzten Jahren konnten wir zahl­reiche Anlagen im Neubau reali­sieren. Allein in Berlin werden durch unsere Akti­vi­täten jähr­lich mehr als  30.000 m³ Trink- und Abwasser einge­spart d. h. mehr als 2.000 Einwohner mit Betriebs­wasser versorgt.

Trotz dieser Fort­schritte wurde es nach der Wieder­ver­ei­ni­gung bisher versäumt, ressour­cen­ori­en­tierte Sani­tär­kon­zepte in den seri­ellen Wohnungsbau zu inte­grieren. Heute eröffnet sich durch die ener­ge­ti­sche Sanie­rung von Bestands­ge­bäuden ein neues Window of Oppor­tu­nity.

Einla­dung zum Dialog

Das Real­labor wird praxisnah demons­trieren, wie ein dezen­trales Wasser­ma­nage­ment im Gebäu­de­be­stand wirt­schaft­lich und ökolo­gisch umge­setzt werden kann. Wir laden Fach­öf­fent­lich­keit, Politik und Wohnungs­wirt­schaft ein, sich an unseren Lern­orten ein eigenes Bild von der Sinn­haf­tig­keit, Effi­zienz und Wirt­schaft­lich­keit dieses Ansatzes zu machen.

Weitere Infor­ma­tionen folgen in Kürze.

Geför­dert durch:

Erwin Nolde
e.nolde@innovative-wasserkonzepte.de