19 Jan. Bedrohte Wasserversorgung – Kommentar zum Tagesspiegel
Am 14.01.2026 wurde im Tagesspiegel (Link) darauf hingewiesen, dass die Berliner Wasserversorgung auf Kosten von Klima‑, Ressourcen- und Naturschutz dargestellt wird und daher juristisch nicht auf tragfähigen Beinen steht. Danke u. a. an Manfred Krauß und Manfred Schubert von der Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, die seit vielen Jahren darauf hinweisen und nicht aufgegeben haben, gemeinsam mit der Politik und der Verwaltung an einer einvernehmlichen Lösung zu arbeiten. Im Bereich Wasser scheint, analog zu den Klimaklagen, die Zeit und Notwendigkeit gekommen zu sein, die Gerichte zur Hilfe zu ziehen.
Seit mehr als 30 Jahren wurden in der Verwaltung weder die Wasserentnahmemengen für die Wasserbetriebe geregelt noch wirksame Maßnahmen zum Wassersparen auf den Weg gebracht. Da ca. 70 % der Wasserförderung der BWB in den Wohnbereich gehen, ist hier auch die Bauverwaltung als wichtiger Akteur gefragt.
Nach der Wiedervereinigung wollte unser Büro die zu sanierenden Plattenbauten mit Grauwasserrecycling ausstatten, was uns leider nicht erlaubt wurde.
Im Rahmen unseres IWIQ-Projekts haben wir noch 2,5 Jahre Zeit, um Grauwasserrecycling im Berliner Wohnungsbestand zu etablieren – gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin. Wir hoffen, dass wir in der verbleibenden Zeit die Verwaltung wecken und zur konstruktiven Mitarbeit motivieren können, damit Wasser- und Energieeinsparungen endlich zum Standard werden.
Gemeinsam mit der Berlinovo haben wir bereits ein Grauwasserrecycling-System mit integrierter Wärmerückgewinnung für rund 1.500 Bewohner in einem Neubauvorhaben realisiert. Damit wurde bewiesen, dass sich die Installation schnell amortisiert. Im Jahr 2026 kommen mindestens weitere 750 Bewohner hinzu. Zusammen mit der Ersten Wohnungsgenossenschaft Berlin-Pankow konnten Projekte im Neubau sowie im Bestand umgesetzt werden. Dabei werden überall mehr als 30 % Trinkwasser und zugleich viel Energie eingespart.
Wir setzen uns weiterhin auf verschiedenen Ebenen für eine nachhaltige Wassersouveränität in Berlin ein und bleiben zuversichtlich, dass die Sanitär- und Nährstoffwende gelingen kann.